Daniela Kinzel-Beiswanger                         die wilden Jungs vom Güster Acker      

            

 

 

 

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Afrikanische Waldgeister

Basenji ist ein Wort aus der afrikanischen Sprache Kisuaheli, heißt übersetzt in etwa „Kleines Buschding“ und beschreibt eigentlich schon ganz gut, wie Sie sich unsere Basenji-Rüden Bosse und Pelle vorstellen können.

Die Kinder nennen sie auch gern mal „Lingelwanzhunde“, wegen des absolut spieltauglichen Ringelschwanzes. Für manche unserer Nachbarn sind sie schlichtweg die Rehe mit dem Ringelschwanz, der offensichtlich Erwachsene und Kids zu kreativen und phantasievollen Wortschöpfungen anregt. Unsere beiden Jungs haben ein rotweißes, samtweiches kurzes allergikerverträgliches Fellchen – es gibt die Basenjis aber auch in tricolor (Rot-schwarz-weiß), schwarzweiß wie ’ne norddeutsche Kuh und in brindle, d.h. braunschwarz gestromt. Bosse trägt dazu weiße Kniestrümpfe, während Pelle mit weißen Söckchen über die Äcker flitzt. 

Die kleinen Buschdinger sind die Urhunde Afrikas, wie die Dingos in Australien, die noch heute im Busch Afrikas zusammen mit ihren Pygmäen-Herrchen zur Jagd gehen. Von jeher konnten die Basenjis wegen ihres flachen Kehlkopfes nicht bellen, was offensichtlich schon immer – sowohl in den ägyptischen Herrscherpalästen, wo sie als wertvolle Geschenke gehegt wurden – als auch beim lautlosen Stöbereinsatz bei der Pygmäen-Hatz, wo sie nur durch das Klingeln ihres Halsglöckchens geortet werden konnten – als äußerst angenehm und praktisch angesehen wurde. Sie sehen auch heute noch so aus wie auf den alten ägyptischen Wandmalerein dargestellt.

Basenjis sind klein (ca. 40 cm hoch), kompakt (um die 9-11 kg – nur Pelle ist immer schwerer), muskulös und im Freien sehr sportlich und jagdeifrig. Sie sind unglaublich reaktionsschnell, extrem startfit- und ausdauernd laufstark. Als gleichberechtigter Spielpartner kommt eigentlich nur ein Basenji in Frage. Die Basenjis wirken in der Bewegung kraftvoll und äußerst dynamisch, als ob sie eine Sprungfeder im Rückrat hätten, so daß es fast nie trödelig langsame Schnüffelspaziergänge gibt. 

Ein Hundegang mit zwei Basenjis an der Zugleine ähnelt eher einer etwas älteren Sportart: Ben Hur auf dem Streitwagen, nur im Stechschritt zu Fuß.

Basenjis hassen es, naß zu werden und baden möglichst nur aus Versehen, d.h. wenn sie mal vor lauter Neugierde ins Wasser fallen. Das nasse Fell riecht nicht nach Hund, manchmal steigt ein Geruch wie nach feuchten, unbenutzten Wollsocken oder auch mal ein zarter Duft nach Brathühnchen auf. Wenn sie dann doch mal naß geworden sind, haben sie das dringende Bedürfnis, sich umgehend trocken zu putzen, was sie auch laut schmatzend und völlig übertrieben, zeitweise auch gegenseitig demonstrativ betreiben. 

Basenjis lieben jedoch jegliche Art von Wärme und Sonne, in einem Buch werden sie als „ heat seeking missile“ bezeichnet, ihnen wird es auch in heißen Sommerzeiten nicht so schnell zu warm. Am liebsten liegen sie dicht beieinander oder – noch besser – mittenmang de Lüt unter der Bettdecke zu Füssen von Herrchen und Frauchen (wenn man sie dann läßt).

Bis zum heutigen Tage hat anscheinend niemand es geschafft, den Basenjis ihr fast schon penetrantes Selbstbewußtsein, gepaart mit einer unglaublichen Anspruchshaltung in Sachen Bequemlichkeit und Luxus als und auch ihre katzenähnliche Eigensinnigkeit auszureden.

Ein Basenji ist tatsächlich kein „normaler Hund“ das stellen auch erfahrene Hundeleute fest, wenn sie sich nach fast 30 Jahren mit Hund auf die Herausforderung Basenji eingelassen haben. 

Als Welpen sind sie unglaublich clever und kriegen sehr schnell heraus, wie man die Rudelchefs austrickst und sich das neue Zuhause nach seinen Vorstellungen einrichtet. Sie scheinen niemals zu ermüden, haben immer Hunger, können spielen und Quatsch machen ohne Ende. Einen kleinen Basenji müde zu erleben geht eigentlich nur nachts, da schnarcht er lieb und pupsend in seiner Schlafhöhle und weckt seine völlig abgenervten Leute erst wieder morgens, wenn die volle Blase oder sonst was drückt. 

Keiner klaut so schnell und zielsicher alles Freßbare vom unbeaufsichtigten Eßtisch, aus dem Mülleimer, vom Komposthaufen oder aus der Einkaufstasche. Das gilt auch ganz besonders für alles Puschelige (Winterstiefel mit Pelzrand) und Haarige (Schminkpinsel aus Damenhandtaschen) sowie knisterndes Plastik und Tempotaschentücher, Haushalts- und Klorollen. Auf unsere Buben üben halt eben diese Gegenstände einen ganz besonderen Beutetrieb aus, all diese wunderbaren Sachen werden in den Garten verschleppt und mit Chance, wenn keiner es merkt, herzhaft zerrupft und in kleinste Einzelteil zerlegt. Lediglich die mühsam erbeuteten gebrauchten Q-Tips verspeist Bosse ohne Umschweife direkt vor Ort (Abfalleimerchen im Bad). 

Mit großen und kleinen Kindern sind sie total lieb, erstaunlich ungenervt und lassen sich erstaunlich viel gefallen, mit großen und kleinen Rüden jedoch suchen sie grundsätzlich und immer Streit. Hier entgleitet das Basenji-Selbstbewußtsein zum lebensgefährlichen Größenwahn, kein Rüde ist ihnen zu groß zum sofortigen Anstänkern. 

Für zwei Rüden auf dieser Welt gilt das allerdings nicht, das sind ihre besten Freunde – eine Rüdenfreundschaft, die offensichtlich ein Hundeleben lang hält. Diese Verbundenheit hat sich beim täglichen Hundespaziergang in den ersten Jahren entwickelt und ist auch durch zeitliche und räumliche Entfernungen nicht zu brechen. Zwar war es Bosse, der diese beiden Kumpeln als Welpe kennengelernt hat, doch Pelle hat das einfach so übernommen und muß sich immer kräftig ins Zeug legen, um sich die Anerkennung der „Alten“ zu erbaggern. 

Wir hatten nie die Vorstellung, daß unsere Hunde uns unbedingt überallhin begleiten müssen und haben sie so erzogen, daß wir sie nach ausgiebigem Morgenspaziergang von 8.00 bis maximal 14.00 Uhr und nach dem Nachmittagsgang abends von 18.00 bis nächtens um 2.00 oder 3.00 Uhr zu Hause allein lassen können. Das passiert in dieser Form natürlich äußerst selten und wir haben uns auch oft schon vor dem absoluten Ende einer Party wieder auf den Weg zu unseren Hunden gemacht, um sie nicht allzu lange sich selbst zu überlassen. Anscheinend haben sie das auch kapiert und fairerweise bislang unsere Einrichtung noch nicht zerlegt, dafür haben sie uns in den fast 7 sieben Basenji-Jahren schon allerhand Herzstillstände und Lachattacken geliefert. 

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