Daniela Kinzel-Beiswanger                         die wilden Jungs vom Güster Acker      

            

 

 

 

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Nee, heute Morgen ist das aber auch wieder eklig – unser Hundespaziergang macht bei solchem Wetter einfach keinen Spaß: horizontaler Schneeregen und ein kalter Wind aus Afrika vermiest uns die frühe Kreativstunde.

Meine Jungs hassen den Wind, der so fies in die Öhrchen fegt und legen die Lauscher seitlich platt. Damit aber auch gar kein kalter Zug den sonst so eleganten Basenji-Body verkühlt, klappen sie zusätzlich auch noch die immer so adrett aufgebauten Lingelwänze runter. Mann, sehen die blöd aus! Sie haben es auch sehr eilig, die Runde hinter sich zu bringen und beschleunigen einträchtig, so daß ich in meiner dicken Winterverpackung schon zu dampfen beginne.

Ist mir auch recht, unnötig lange muß ich mich hier wirklich nicht aufhalten, da ruft mich doch eher mein gutgeheiztes Büro. Im Stechschritt eilen wir runter zum Kanal, doch halt, hier steigt den Jungs doch etwas Aufregendes in die Nasen, was unbedingt untersucht werden muß.

Dieses „aufregende Etwas“ bleibt für meine minderbemittelte Menschennase ein Geheimnis, doch Bosse und Pelle wörkeln und montieren äußerst geschäftig am Kanalufer herum, immer sehr tief unten, wo es schon sehr steil und abschüssig ist. Rupfen hier und rumpeln da und irgendwann tut es dann auch irgendwo einen Unterwasserplumps, das Wasser zieht Kreise und die Jungs gucken total gespannt hinter irgend etwas her.... und setzen mit noch mehr Inbrunst ihre für mich völlig sinnlose Aufräumarbeit fort.

Während ich leicht gelangweilt so vor mich hinträume, über den Kanal blicke und eigentlich diesen superorangeroten Sonnenaufgangsball herbeigucken möchte, plumpst es schon wieder:

Hey, da fehlt doch ein Hund ! Bosse steht beängstigend weit runtergebeugt am Kanalufer und starrt auf eine bestimmte Stelle, wo ist Pelle? Ich kraxle so schnell der wackelige Kanalbefestigungsuntergrund es erlaubt, ebenfalls hinunter und stelle mich neben Bosse, der fiept und jammert. Plötzlich taucht vor uns der Pellekopf auf, abgeklappte Ohren und schlitzige Äuglein, pitschnaß und wild mit den Pfötchen nach festem Untergrund paddelnd.

Bevor ich nahe genug herankomme, um den Pelle am Halsband zu fassen zu kriegen, geht er schon wieder wie ein Stein unter und verschwindet unerreichbar unter der Wasseroberfläche.

So geht es also nicht!  Nun lege ich mich auf den Bauch und robbe im dicken Daunenparka mit dem Kopf zuerst abwärts und warte mit dem immer lauter klagenden Bosse auf Pelle’s nächstes Auftauchen :

Da isser ! Aber jetzt – nee, Mist, Fehlanzeige – der kleine Depp hat die Äuglein immer noch geschlossen und tapst nach den moosigen glitschigen Kanalbefestigungsholzpfeilern, von denen er abrutscht, sich abstößt und somit aus meinem Aktionsradius gerät. Schon ist er wieder komplett verschwunden.

Soll ich denn in den Kanal springen? Mir kommen nun auch schon die Tränen und der blöde Schneesturm wird wieder dichter,  wo ist unser Pellchen? Bosse bleibt meine einzige Hilfe, er weiß genau, wo sein Vetter wiederauftauchen wird und dieses Mal bin ich schnell genug: ich schnappe mir das Halsband und hieve das ganze nasse Hundepaket aus dem Wasser !

Das nasse Hundepaket freut sich sichtlich über die wiedererlangte Bodenhaftung, schüttelt sich ausgiebig, legt ein Zickzacktänzchen mit Flitzattacke ein und läßt sich von dem besorgten Bosse gleich vor Ort trockennutzen.

Nun aber los, der unterkühlte Pelle muß so schnell wie möglich ins Trockene und Warme. Beide Hunde angeleint starte ich auf kürzestem Wege in meinen gefütterten Wintergummistiefeln und der Winterlederhose einen Querfeldeinlauf durch das eklige Schneegestöber über die abgeernteten Äcker zum Auto.

Zum Glück habe ich heute auch ein altes Hundehandtuch im Auto und kann den kleinen Taucher gleich trockenfrottieren. Nach dem Geländeritt hätte ich auch ein Handtuch brauchen können, denn in diesem Hundespaziergangs-outfit fühlst Du Dich wie nach einem mehrstündigen Dauerlauf auf weichem Sandstrand mit integrierter Wandelsauna.

 

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