Daniela Kinzel-Beiswanger                         die wilden Jungs vom Güster Acker      

            

 

 

 

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Bosse und das Kälbchen

Drei Jahre lang hatten wir „nur“ einen Basenji und der hielt uns als unerfahrene Hundeleute auch ganz schön in Atem. Wir lernten erst nach und nach, welche Freiheiten wir unserem sportlichen Hund gestatten durften und was das superschnelle Bösselchen uns alles in Bezug auf Fähigkeiten der Nase, der Augen und Ohren voraus hatte.

Das wurde mir auf einem regennassen Sommermorgenspaziergang klar, als mein Hund plötzlich aus meinem Gesichtsfeld entschwunden war, nachdem er eher angeekelt pfötchenschwingend wegen der vielen nassen Pfützen und des triefenden Grases unlustig unseren üblichen Weg mitlief.

Ich blickte zu den Kanalwiesen hinunter und entdeckte aus der Entfernung zunächst nur eine einzige überwiegend weiße Kuh auf der großen Weide. Rund um die kopfstubsende Kuh herum bewegte sich etwas wesentlich kleineres Braunweißes und zu ihren Hufen war noch was Helles...............

Aufgeregt ging ich schnell näher heran und staunte nicht schlecht: Bosse umrundete in respektvollem Abstand ein leicht angenervte Kuh, die offensichtlich gerade ihr Kälbchen geworfen hatte – die Fruchtblase und all das andere Geburtsgeschlonser hing ihr noch am Hinterteil und schleuderte bei jeder ihrer Bosseverscheuchbewegungen hin und her. Das kleine Kälbchen lag ganz ruhig im Gras und rührte sich nicht, auch wenn der Bosse es per Pfotentaps zum Spielen aufforderte.

Nach mehrfachem vergeblichen Rufen beschloß ich todesmutig, die junge Familie von dem weiterhin penetrant seine Kreise ziehenden Bosse zu befreien, sicherlich wollte die Kuh ihre wohlverdiente Ruhe und das Kälbchen sollte ja wohl auch ungestört saufen.

Also, tief durchgeatmet und losgestiefelt! Ganz schön schwergängig diese Matschwiese, andauernd sackte ich weg oder blieb in dem Modder stecken.

Bosse dreht weiter seine Runden und inzwischen fing Mutter Kuh auch schon an, laut zu muhen, um diesen unermüdlichen kleinen Hund loszuwerden. Also, Hundeleckerlies aus der Tasche gefingert, die Leine bereitgehalten und nichts wie ran an die Kuh!

Hm, Kühe sind ja tatsächlich ganz schön groß... und laut... und trampelig...

Mensch, Bosse, komm da gaaanz schnell weg, guck mal, was Frauchen hier für leckere Knusperpillen hat! Die letzten Worte bekam ich vor lauter Herzklopfen nur noch keuchend herausgepreßt, weil ich jetzt direkt vor der Kuh stand. Gerne hätte ich mir das neue Kälbchen etwas genauer angesehen, denn als Stadtkind kannte ich von Schulausflügen bei Projektwochen nur die armen, eingepferchten Zuchtkälber in den engen, hölzernen Boxen.

Die eine Sekunde, in der der Bosse die Bestechnungspillen erblickte und sich das Mäulchen leckte, nutzte ich, meinen Hund anzuleinen und so schnell es eben mit einem bockigen Basenji und bei den Bodenverhältnissen ging, das Weite zu suchen.

Der Spaziergang war hiermit beendet und zuhause sagten wir noch schnell telefonisch beim Bauern Bescheid, daß er an der Kanalwiese ein „glückliches Kälbchen“ abholen kann.

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