Daniela Kinzel-Beiswanger                         die wilden Jungs vom Güster Acker      

            

 

 

 

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Silberrippchen                       

Manchmal will und will es in der dunklen Jahreszeit morgens einfach nicht hell werden, es ist bitterkalt und die Nebel steigen vom Kanal auf. Das Mondlicht bringt einen glitzernden Silberglanz auf die gefrorenen Äcker und in die Stille knackt es ab und zu hinein, wenn ein abgestorbenes Ästchen von den Pappeln am Kanal fällt.

Da kannst Du schon langsam anfangen, Dich ne Runde zu Gruseln...........        Den Jungs ist das wurscht, sie lieben diese knackige trockene Kälte und sausen wie die Silberpfeile über die mondglänzenden Felder. Als ich schon unten am Kanal auf die Hunde warte, kommt das Pellchen freudig angeschossen und sein Jubeljodler klingt heute vom Sound her irgendwie leicht gefiltert.

Bald sehe ich auch, warum: quer im Maul hat er etwas Hellschimmerndes von länglicher Form mit seitlichen Auslegern... Pelle macht Sitz und präsentiert stolz seine Beute:

Eine prima abgenagte Wirbelsäule vom Fuchs oder einer Katze, komplett mit allen Rippen und Schwanz schimmert silbern im fahlen Morgenlicht.IIIIIIIIhhhhhhhhhh, wie eeeeeeeklig!!! Bloß weg mit dem Dings! Der Pelle hört ja heute Morgen wirklich gut: aus, Pelle – das ist pfuiii!!! Pelle läßt sich das Ekeldings aus dem Maul nehmen, inzwischen ist auch Cousin Bosse äußerst interessiert dazugekommen und ich stehe nun da mit dieser tierischen Wirbelsäule in der behandschuhten Hand. Also, eine gute Weitwerferin war ich noch nie und ohne meinen Tennisschläger kriege ich keinen Ball 20 Meter weit geworfen,  wohin mit dem halben Skelett? IN DEN KANAL, na klar, da können die Jungs dann wirklich nicht mehr ran! Über die hopsenden Hundenasen hinweg schleudere ich das Rippchen ins Wasser... aber... statt des erwarteten Platschen und Gluckern macht es:sssssssssiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiirrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr und  das Gerippe gleitet  weiter über das Eis und ist überhaupt kein bißchen verschwunden.

Gleich danach höre ich es Keifen, Knurren und Kratzen! Lange vor mir haben die Jungs begriffen, daß der Kanal zugefroren ist, haben sich auf den Pfoten umgedreht und sind hinter dem vermeintlichen Stöckchen her auf das Eis gesprintet. In ihrem Jagdeifer merken sie zum Glück nicht, daß ihnen heute auch die andere Seite des Kanals zugängig wäre und ich muß auch nicht weiter darüber nachdenken, wie ich denn wohl über das noch dünne Eis gelangt wäre, um meine Hunde wieder einzusammeln.

Ganz schnell bringen mir die Hunde das Gerippe zurück in der Erwartung, daß das schöne Eiskanalglitschspiel  weitergeht.

Jetzt bin ich aber schlauer! Ich halte das Ekelteil so hoch wie möglich und leine die beiden aufgeregten Hunde ganz kurz an, werfe dann das Skelett gaaanz unauffälig in Richtung Kanal und staune in die andere Richtung blickend: Ohhhhhh, guckt doch mal,  was da hinten ist!

Hahaha, ausgetrickst, die Buben vergessen sofort die olle Rippe und ziehen mich neugierig in Richtung des vermeintlich nächsten Abenteuers. Zuhause habe ich das starke Bedürfnis, meine Fingerhandschuh in die Wäsche zu geben.

Am nächsten Morgen war das Eis weggeschmolzen und das Silberrippchen liegt nun für ewig und alle Zeiten auf dem unendlichen Grund des Elbe-Lübeck-Kanals...

 

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